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Überblick zu Algol 68


Entwicklung von Algol 68

Algol 68 wurde in den 60-er Jahren des 20. Jahrhunderts durch eine internationale Arbeits­gruppe mit dem Ziel definiert, einer­seits an den Erfolg der Vorgängersprache Algol 60 anzuknüpfen, an­der­er­seits eine viel­sei­tig­ere Sprache zur Verfügung zu stellen als es Algol 60 war.

Entwicklungsziele für Algol 68

Während Algol 60 von vornherein auf die Programmierung von Rechenverfahren beschränkt war, sollte Algol 68 für alle damals bekannten Auf­ga­ben­stel­lungen der Informatik verwendbar sein. Für die Erreichung dieses Ziels stellt die Sprache die folgenden in Algol 60 fehlenden Hilfsmittel zur Verfügung:

Datenstrukturen und Operatoren bilden gemeinsam die Abstraktionsmittel, mit denen die Sprache Algol 68 auf­ga­ben­ge­recht er­wei­tert werden kann.

Entwicklungsergebnisse

Das wesentliche Ergebnis dieser Bemühungen um die Schaffung einer universell verwendbaren Pro­gram­mier­sprache war zunächst der 1969 veröffent­lichte Report on the Algorithmic Language Algol 68, dem 6 Jahre später der Revised Report on the Algorithmic Language Algol 68 folgte. Im Revised Report sind die Erfahrungen mit ersten Realisierungen von Algol 68 ein­ge­flossen; überdies wurden die in der ursprünglichen Sprach­definition ent­hal­tenen Unklar­heiten behoben. Der Revised Report ist bis heute die ver­bind­liche Definition von Algol 68.

Würdigung von Algol 68

Die veröffentlichten Urteile über den Erfolg von Algol 68 sind durchaus unter­schied­lich: Sowohl die Arbeits­effizienz einer inter­nationalen Ex­per­ten­gruppe als auch die Verständlichkeit der Sprach­de­fi­ni­tion wurden gelegentlich kritisiert. Un­be­strit­ten ist aller­dings, dass die Sprache Algol 68 zu ihrer Zeit ein höchst innovativer Entwurf war.

Obwohl Algol 68 außerhalb wissen­schaft­licher Einrich­tungen keine große Verbreitung finden konnte, ist die Sprache nicht bedeu­tungs­los ge­blie­ben: Im Bemühen um Universalität und Beschrei­bungs­ge­nau­ig­keit wurden Maßstäbe gesetzt, die in späterer Zeit nur noch selten erreicht wurden.

Wichtigere Anwendungsgebiete von Algol 68

Die wichtigsten Verwendungen von Algol 68 im akademischen Bereich waren

Überdies gab Algol 68 wichtige Anregungen für den Compilerbau, für die Organisation von Lauf­zeit­systemen und für die Implementierung von Verfahren zur auto­matischen Speicher­rück­ge­win­nung.

Einfluß von Algol 68

Nach der Veröffentlichung von Algol 68 war der in Teilen der Fachwelt vorherrschende Eindruck, dass die Sprache einen hohen Lern­auf­wand verlangt und dass die Herstellung effizienter Imple­men­tie­rungen schwierig sein würde. Folgerichtig wurde ange­strebt, nützliche Elemente der Sprache in ein­facher imple­men­tier­bare Sprachen zu über­neh­men. Zu nennen sind hier vor allem die Sprachen C und Pascal, die beide auf auto­ma­ti­sierte Speicher­ver­wal­tung verzichten. Erwähnens­wert ist auch die Sprache ELAN, für deren Definition nach dem Vorbild von Algol 68 eine zwei­stufige Grammatik ver­wen­det wurde.

Literatur

Ein Großteil der in Buchform veröffentlichten Literatur zu Algol 68 ist heute vergriffen. Hinweise auf im Internet verfügbar gemachte Ver­öf­fent­lich­ungen finden sich auf der Seite http://www.algol68.org/.

Bei der Verwendung älterer Literatur ist stets zu prüfen, ob der Sprach­stand des Revised Report oder der frühere Sprach­stand der ursprüng­lichen Definition verwendet wird. Der von Marcel van der Veer entwickelte Compiler implementiert den Sprachstand des Revised Report.

TORRIX: a programming system for operations on vectors and matrices over arbitrary fields and of variable size, vol. I

Sparse Matrices: An Analysis of Sparse Matrix Storage Systems


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